bewusst und sein | Institut für Persönlichkeitsentwicklung, Psychotherapie und Weiterbildung

Pressetext vom: 27.10.2011

Die Lust und die Fantasien altern nicht

Trotz der Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit bleibt die Fähigkeit, Sexualität und Erotik bis in das hohe Alter zu erleben. Lust und Fantasien altern nicht.

Prinzipiell kennt sexuelles Erleben keine Altersgrenze. Das Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit und befriedigender Sexualität findet sich auch im höheren Lebensalter. Allerdings verändern sich der Körper und seine Reaktion auf sexuelle Stimulierung sowie die Einstellung zur Sexualität. Die Wichtigkeit und Häufigkeit von sexuellen Kontakten korreliert im Wesentlichen mit der sexuellen Biografie der früheren Lebensjahrzehnte. War die Sexualität in jüngeren Jahren wichtig, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, auch im höheren Lebensalter sexuell aktiv zu sein. Weitere wichtige Determinanten sind das Vorhandensein eines Partners, ein aktiver Lebensstil, die Akzeptanz des eigenen, sich verändernden Körpers und die körperliche Gesundheit. Die physiologischen Alterungsfaktoren sind bei Frau und Mann unterschiedlich. Beim Mann findet ab der dritten Lebensdekade eine kontinuierliche Abnahme des Testosteronspiegels statt. Wie der Körper werden auch die Sexualorgane im Alter weniger leistungsfähig. Es wird schwieriger, Erektionen zu bekommen, der Penis wird nicht mehr so steif und nach Abklingen der Erektion dauert es bis zu einer neuerlichen Erektion länger. Von all dem weitgehend unberührt bleibt aber die Fähigkeit, erotische Aktivitäten zu genießen. Lust und Fantasien altern nicht.

Frauen erleben durch den rapiden Abfall des Östrogenspiegels vor der Menopause einen schwerwiegenderen Einschnitt bezüglich ihrer Fruchtbarkeit und Funktionalität der Geschlechtsorgane. Die Scheidenfeuchtigkeit nimmt stark ab, die Vaginalwände und inneren Schamlippen bilden sich zurück und werden weniger elastisch, was zu Schmerzen beim Koitus führen kann. Unverändert bleibt auch hier die Empfindsamkeit und Fähigkeit, Sexualität in all ihren unterschiedlichen Facetten zu genießen, wenn die Bereitschaft dafür vorhanden ist.

Fazit: Trotz der Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit bleibt die Fähigkeit, Sexualität und Erotik zu leben, bis in das hohe Lebensalter erhalten. Meist hat ein kompletter Verlust der sexuellen Aktivität Gründe außerhalb der Geschlechtsorgane z. B. psychische oder psychosoziale Faktoren. Wer bereit ist, mit seiner Sexualität zu experimentieren und sie an eventuelle körperliche Einschränkungen anzupassen, kann fast immer Sexualität mit lustvollen Höhepunkten erleben, womit nicht nur der Orgasmus gemeint ist. Da sexuelles Erleben aber etwas äußerst Individuelles ist, ist auch die gesamte Bandbreite der Veränderungen von völligem Desinteresse bis hin zu einer Zunahme der Erlebensintensität möglich.Mag. Hanna Ziesel, Psychotherapeutin, Salzburg.

Psychologische Hilfe gibt es auch auf:
www.kuratorium-psychische-gesundheit.at
Die Hotline des Kuratoriums für psychische
Gesundheit lautet: 0664/100 80 01.

Pressetexte vom 3.9.2010

Zeit für Psychotherapeutische Hilfe auf Krankenschein

Immer mehr arbeitende Menschen in Österreich benötigen eine adäquate psychotherapeutische Behandlung. Doch die nötige Therapie gibt es nicht immer auf Krankenschein. Eine Analyse von Mag. Hanna Ziesel von pro mente salzburg.

Am 20.7.2010 berichtete der ORF über die Anzahl von Krankenstandstagen pro Jahr aufgrund psychischer Erkrankungen in Österreich und nannte die unfassbare Zahl von 2,5 Millionen Tagen, Tendenz stark steigend. Und das bei gleichzeitiger Verringerung aller registrierter Krankenstandsfälle. Obwohl der sprunghafte Anstieg von psychischen Er- krankungen vor allem bei Depressionen und Burn-Out seit langem allgemein bekannt ist, gibt es in Österreich immer noch keine Krankenbehandlung auf Krankenschein für den Großteil der Versicherten. Ausgenommen davon ist die medikamentöse Behandlung, die wie ebenfalls allgemein bekannt nur einen Teil des erforderlichen Behandlungsspektrum bei psychischen Erkrankungen abdeckt. Psychotherapeutische Leistungen müssen aufgrund der unbefriedigenden Zuschusslösung zum Großteil aus eigener Tasche bezahlt werden. 1992 wurde vom Parlament ein Kostenzuschuss von 21,80 Euro als Übergangslösung beschlossen. Dennoch gab es seit 18 Jahren keine Erhöhung und deckt heute nur ca. 30 % einer Psychotherapiestunde ab. Der Zugang zur Psychotherapie ist streng limitiert und durch Einzelverträge zwischen einigen Länderkrankenkassen mit privaten Vereinen vollkommen uneinheitlich gestaltet. Dass es immer noch keinen leistbaren Zugang zur Psychotherapie für alle Versicherten gibt, zeigt auch die immer noch massive Ungleichbehandlung von psychischen und physischen Erkrankungen auf höchster politischer Ebene und der Sozialversicherungsträger.

Versorgung Es gibt keine körperliche Erkrankung mit auch nur einem Bruchteil der epidemiologischen Verbreitung von psychischen Erkrankungen, bei der dem Versicherten eine Krankenbehandlung auf Kassenkosten verwehrt wird. Die Forderung nach der Abschaffung dieser diskriminierenden Zugangsbeschränkungen und einer gleich einfachen Handhabung, wie die beim gewohnten Arztbesuch, verhallt seit beinahe zwanzig Jahren ungehört. Darüber hinaus ist ein österreichweiter Gesamtvertrag unabdingbar, um für sozial bedürftige Menschen, wie auch für alle anderen psychisch kranken Menschen die Versorgung zu sichern.

Krankenbehandlung
Die Argumentation, dass die Krankenkassen sich die Behandlung auf Krankenschein bzw. einen erhöhten Zuschuss von 40 Euro wie seit Jahren von Landesverbänden und Bundesverband für Psychotherapie gefordert wird, nicht leistbar ist, stimmt schlichtweg nicht. Eine psychotherapeutische Krankenbehandlung kostet nicht mehr, wenn man die Folgekosten durch nicht erfolgte Behandlung, Prävention und Rehabilitation sowie Klinikaufenthalte mit einrechnet. Im Jahr 2001 wurde eine Metaanalyse zu allen bis 1995 vorliegenden Kosten-Nutzen- Studien auf dem Gebiet der Psychotherapie durchgeführt.

Psychotherapie
Die Studien zeigen, dass Psychotherapie im Vergleich zu routinemäßig eingesetzten medizinischen Behandlungsmaßnahmen nicht nur wirksamer, sondern auch kostengünstiger ist. Die zu erzielenden me- dizinischen und volkswirtschaftlich- en Einsparungen übersteigen die Kos- ten für einen vermehrten Einsatz von Psychotherapie bei weitem.
Darüber hinaus gelangt, z.B. bei der Salzburger Gebietskrankenkasse ein Betrag von einer halben bis einer Million Euro von den für Psychotherapie jährlich bereitgestellten Mitteln von 3,4 Mio. aufgrund der restriktiven Zugangsbestimmungen nicht zur Auszahlung. Ein erhöhter Zuschuss für alle wäre damit leicht zu finanzieren.
Die verzögerten und unterlassenen Behandlungen sollen aber nicht nur unter dem kostentreibenden Aspekt der Chronifizierung betrachtet werden, sondern auch und vor allem durch das unermessliche Leid, das vielen Menschen durch die Nichtbehandlung entsteht. Eine Lösung, die dem gesetzlichen Versorgungsauftrag der Krankenkassen entspricht, scheint nach wie vor in weiter Ferne. Daran haben weder Effizienzstudien noch der enorme Bedarf und das Leid der Betroffenen bis dato etwas geändert.

 

Pressetext vom: 19.10.2009

„Emotionen mit Bewegung besser verarbeiten“

 

GERHARD SCHWISCHEI Es ist mittlerweile unbestritten, dass regelmäßige Bewegung nicht nur vor Depressionen schützt, sondern auch in der Therapie dieser psychischen Erkrankung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Die SN sprachen darüber mit der Psychotherapeutin und Sportwissenschafterin Hanna Ziesel.

SN: Welche Effekt von Bewegung auf die Psyche gelten heute als gesichert?
Ziesel: Dass Bewegung insgesamt gesund ist, weiß heute jeder. Neueste Studien belegen sogar, dass Bewegung vor Alzheimer und Demenz schützen kann.
SN: Was bewirkt Bewegung im Gehirn?
Ziesel: Während körperlicher Aktivitäten werden Emotionen, aber auch Schmerzen besser verarbeitet. Durch die Bewegung großerMuskelgruppen werden viele Neuronen im Gehirn stimuliert. Das bewirkt ein gutes Gefühl, frische Nervenzellen wachsen heran, die auch für das Lernen und die Gedächtnisleistung wichtig sind. Darüber hinaus wird die Ausschüttung von Hormonen, Botenstoffen und stimmungsaufhellenden Opioiden forciert. Um psychisch im Gleichgewicht zu bleiben, ist es unabdingbar, sich regelmäßig zu bewegen.
SN: Setzen Sie Bewegung in der Therapie von Depressionen auch als „Medikament“ ein?
Ziesel: Vor allem bei leichten und mittelgradigen Depressionen, aber auch bei Angststörungen ist Bewegung immer ein begleitender Teil der Therapie. Man muss sehen, dass durch Bewegung auch Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol rasch abgebaut werden. Und das wirkt sich natürlich auch auf die Stimmung und die Psyche aus, Selbstwertgefühl und Belastbarkeit steigen. Adrenalin und Cortisol bleiben ansonsten sehr lang im Blutkreislauf.
SN:Welche Form der Bewegung empfehlen Sie?
Ziesel: Hauptsache Bewegung. Es ist nicht so wichtig, welchen Sport man betreibt. Jede Form der körperlichen Aktivität, durch die möglichst viele Muskeln beansprucht werden und durch die sich die Atemfrequenz erhöht, ist zu begrüßen. Ob das jetzt Laufen, Schwimmen oder Tanzen ist, bleibt gleich. Wichtig ist, dass man sich mindestens drei Mal proWoche 35 Minuten belastet.

Psychologische Hilfe gibt es auch auf:
www.kuratorium-psychische-gesundheit.at
Die Hotline des Kuratoriums für psychische
Gesundheit lautet: 0664/100 80 01.

Pressetext vom: 31.1.2007

Neue Chance Südhof

 

Im Südhofkönnen Menschen mit psychischer Krankheit wieder zur Ruhe kommen. Aber das Thema ist immer noch tabu und Betreuungsplätze fehlen.

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